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Altdeutsche Hütehunde sind Herdengebrauchshunde, die in den letzten 300 Jahren ausschließlich auf Arbeitsleistung hin gezüchtet wurden. Regional haben sich verschiedene Schläge herausgebildet, die sich in Form, Größe, Farbe und Fellbeschaffenheit unterscheiden. Es gibt Füchse, Schwarze, Gelbbacken, Tiger, Stumper, Strobel, Westerwälder Kuhhunde und Schafpudel. Genaue Informationen sind auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Altdeutscher Hütehunde, kurz
AAH genannt, zu finden, die die Zucht dieser Hunde organisiert und betreut. Von der FCI
(Federation Cynologique Internationale) sind die Altdeutschen nicht als Rasse anerkannt.
Nach Finger (Hirten- und Hütehunde, Ulmer Verlag, 1996) sind die Altdeutschen Hütehunde von robuster Gesundheit und verfügen über eine sehr gute Kondition, die sie zu herausragenden Laufleistungen von 50 – 60 Km/Tag befähigt (entsprechende Fütterung und Training vorrausgesetzt). Heutzutage werden sie meist von Wanderschäfern zum Hüten von Schafen eingesetzt, früher arbeiteten diese Hunde auch oft an Kühen.
Die Altdeutschen Hütehunde, die zur Zucht eingesetzt werden, müssen den sog. Rippen- Keulen- oder Nackengriff aufweisen. Dieser ist angeboren und dient dazu, sich bei den Schafen durch kurzes, schadloses Zupacken Respekt zu verschaffen. Um sich gegenüber den größeren Weidetieren durchzusetzen, müssen die Hunde auch über eine gewisse Härte verfügen, d. h. hart im Nehmen und Austeilen sein. Ein guter Grundgehorsam gegenüber dem Hirten ist
ebenfalls erforderlich. Die Hunde dürfen nicht einfach in die Herde hineinlaufen, sondern müssen diese auf Sichtzeichen
gezielt treiben. Auch müssen sie durch seitliches hin- und herlaufen, dem sog. „Furche gehen“ die Schafe am ausbrechen hindern,
z. B. wenn diese an Getreidefeldern naschen wollen. Alle diese Eigenschaften zeichnen einen guten Arbeitshund aus und so waren wir damals gespannt, ob auch unsere Bonny diese Anlagen mitbekommen hat. |
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Den Keulengriff zeigte Bonny schon als kleiner Welpe, indem sie versuchte, ständig gezielt in unsere Waden oder Haxen zu beißen. Dies war besonders schmerzhaft, wenn sie es mit Schwung aus einem Anlauf heraus tat. Lange hat es gedauert, bis wir Bonny diese „Unart“ abgewöhnt
hatten, aber jetzt kommt es so gut wie nicht mehr vor.
Man kann den Keulengriff allerdings noch reflexartig auslösen, indem man
mit dem Fuß auf den Boden stampft. Bonny gibt dann grollende Laute von
sich und zielt nach der Ferse.
Hart im Nehmen und Austeilen ist Bonny ebenfalls. Beim Zerrspiel mit einem Spieltau kommt es immer mal wieder vor, dass sie sich vergisst und mein Mann oder ich
schon mal eine Schramme von ihren Krallen oder Zähnen davontragen.
Über eine enorme Kondition oder ein übermäßiges Laufbedürfnis verfügt Bonny nicht. Sie begnügt sich mit 3 mittleren Spaziergängen pro Tag und würde ein Spiel immer
einem Spaziergang vorziehen. Nach einem intensiven Spiel von 10-15 Minuten oder nach
20 Minuten Kunststücktraining ist Bonny wieder für 1-2 Stunden ruhig.
Leider wurde bei Bonny mittlere HD auf beiden Seiten
festgestellt, was gravierende Einschränkungen mit sich brachte.
Ansonsten ist Bonny’s gesundheitliche Verfassung relativ gut, ich würde aber
nicht sagen, dass sie äußerst robust ist. Sie neigt zu Ohrentzündungen,
hat einen empfindlichen Kehlkopf und öfter mal verstopfte Analdrüsen.
Bonny’s Arbeitseifer, Lernfähigkeit und Gehorsam kann ich dagegen nur positiv hervorheben. Unermüdlich apportiert sie ihr geliebtes Stöckchen, wirft es uns vor die Füße und wartet in hütehundtypischer Stellung darauf, dass wir es wieder für sie werfen. Dabei kann sie nichts ablenken. Auch wenn man sich anderweitig mit ihr beschäftigt, ist sie mit vollem Eifer und Einsatz bei der Sache. In Haus und Garten gehorcht Bonny recht gut, lässt sich aber in Gegenwart andere Hunde stark ablenken. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Alles in allem zeigt Bonny einige Hütehundeigenschaften sehr ausgeprägt, andere sind dagegen weniger stark vorhanden. Man kann halt nicht alle Altdeutschen über eine Kamm scheren, eine gewisse
Variabilität ist vorhanden, die in Privathaltung wiederum ihre Vorteile haben kann. |
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Wer
Bonny's Homepage bisher aufmerksam gelesen hat, wird sicherlich gemerkt
haben, dass Harzer Füchse bzw. Altdeutsche Hütehunde nicht "ganz
einfache Familienhunde" sind. Die Meinungen über die Haltung und
Zucht in Privathand sind geteilt, doch die
Hundepopulation in den Familien nimmt zu und so möchte ich an dieser
Stelle auch einmal meine Erfahrung und Meinung zusammenfassen. Bevor sich
jemand einen Harzer Fuchs anschafft, sollte er sich
ausgiebig über die Bedürfnisse dieser Hütehunde informieren. Ich
empfehle daher dringend, die diversen Webseiten und Foren über Altdeutsche Hütehunde
im Internet ausgiebig anzuschauen (siehe
Linkliste). Dort
spiegelt sich eine große Meinungs- und Erfahrungsvielfalt wieder.
Ein Harzer Fuchs ist geeignet für Menschen, die
- schon Hundeerfahrung haben
- mindestens den halben Tag Zeit für den Hund haben, besser mehr
- ihm eine Beschäftigung bieten können. Dies kann ausgiebiges tägliches
Spiel, Agility, Tunierhundesport, Dog Dance, Dog Frisbee, Flyball, Obedience, Tricktraining, eine Ausbildung
zum Suchhund oder etwas anderes sein. Kreativität ist hier gefragt! Nur spazieren gehen reicht nicht!
- sich beim Hund durchsetzen können oder willens sind, dies zu lernen
(Hundeschule etc.) Altdeutsche sind in der Regel keine sensiblen Hunde.
- konsequent im Umgang mit Hunden sind
- selbst nicht so empfindlich sind
- den Hund Hund sein lassen
Wer eine dieser Fragen nicht mit Ja beantworten kann, sollte in sich
gehen. Es gibt so viele andere Rassen. Ein reiner Familienhund hat auch seine Vorteile.
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